wtorek, 16 czerwca

Badewanne raus, Dusche rein: Kosten, Planung und typische Fehler im Bestand

Eine alte Badewanne frisst Platz, ist im Alltag unbequem und wird im Alter schnell zum Sicherheitsrisiko. Der Umbau zur Dusche ist deshalb eine der häufigsten Badmaßnahmen in deutschen Bestandswohnungen, besonders in Altbau, Plattenbau und kleinen Eigentumswohnungen. Entscheidend ist nicht nur die neue Duschfläche, sondern der saubere Aufbau darunter: Gefälle, Abdichtung, Ablaufleistung, Wandanschlüsse und die Frage, was Mietrecht oder WEG erlauben.

Auf einen Blick

  • Realistische Kosten: Für Badewanne raus und Dusche rein liegen viele Projekte in der Praxis zwischen 3.500 € und 8.500 €, je nach Fliesenarbeiten, Ablauf, Duschsystem und Leitungsänderungen.
  • Typische Maße: In deutschen Bädern funktionieren 90 x 90 cm als solide Mindestgröße, komfortabler sind 100 x 120 cm oder 90 x 140 cm.
  • Wichtigste Norm: Die Abdichtung im Nassbereich muss fachgerecht nach DIN 18534 geplant und ausgeführt werden.
  • Mietwohnung: Ohne schriftliche Zustimmung des Vermieters ist der Umbau tabu, weil Sanitärleitungen, Fliesen und Abdichtung verändert werden.
  • WEG: In Eigentumswohnungen können Steigleitungen, Fallrohre, Deckendurchbrüche und Schallschutz gemeinschaftliche Belange berühren.

Aus meiner Erfahrung scheitern solche Umbauten selten an der Duschabtrennung, sondern an zu optimistischen Annahmen zum Bodenaufbau. Gerade im Altbau sind Estrichhöhen, Holzbalkendecken und alte Gussleitungen die Punkte, die Kosten und Machbarkeit bestimmen. Wer vor dem Angebot nur nach der schönsten Duschrinne fragt, plant am Kern des Problems vorbei.

In einer 55 m² Altbauwohnung in Leipzig wurde zum Beispiel eine 170 x 75 cm Stahlwanne durch eine 90 x 140 cm Dusche ersetzt. Der vorhandene Boden ließ keine komplett bodengleiche Lösung zu, weil der Ablauf nicht tief genug lag. Die praxisgerechte Lösung war eine sehr flache Duschtasse mit etwa 3 cm Einstieg, neuer Abdichtung im Spritzwasserbereich und einer festen Glaswand. Die Gesamtkosten lagen bei rund 6.200 € inklusive Fliesenreparatur, Armatur und Montage.

Planung: Erst Aufbau prüfen, dann Duschsystem auswählen

Vor der Produktauswahl muss klar sein, wie viel Aufbauhöhe verfügbar ist. Eine bodengleiche Dusche braucht Gefälle zum Ablauf, meist etwa 1 bis 2 Prozent. Bei 120 cm Duschlänge bedeutet das ungefähr 1,2 bis 2,4 cm Höhenunterschied. Dazu kommen Ablaufkörper, Abdichtung, Kleber, Fliese oder Duschboard. In Neubauten ist das oft eingeplant, im Altbau oder Plattenbau häufig nicht.

Bei Betondecken in Mehrfamilienhäusern ist ein nachträgliches Stemmen in die Decke heikel. Es kann statische, brandschutztechnische und schallschutztechnische Fragen auslösen. In der WEG sollte vorab geklärt werden, ob Eingriffe in Gemeinschaftseigentum betroffen sind. Fallstränge und Deckendurchführungen gehören nicht automatisch zur freien Verfügung des Eigentümers. In Mietwohnungen gilt: Der Vermieter muss schriftlich zustimmen, und oft wird ein Rückbau oder eine fachgerechte Ausführung durch Meisterbetrieb verlangt.

Für die Duschgröße sollte nicht nur die Fläche der alten Badewanne betrachtet werden. Eine Wanne mit 170 x 75 cm hinterlässt viel Länge, aber nicht automatisch eine gute Duschzone. Komfortabel wird es ab etwa 90 x 120 cm. Bei 80 x 100 cm ist Duschen möglich, aber Spritzwasser und Bewegungsfreiheit werden kritischer. Für barrierearme Nutzung sind rutschhemmende Oberflächen, gut erreichbare Armaturen und stabile Wandbereiche für spätere Haltegriffe wichtig. Wer echte Barrierefreiheit anstrebt, sollte DIN 18040 als Orientierung heranziehen, auch wenn sie im privaten Bestand nicht immer verpflichtend ist.

Aus der Praxis empfehle ich, vor dem ersten Handwerkertermin Fotos von Wanne, Armatur, Revisionsöffnung, Boden und angrenzenden Wänden zu machen. Zusätzlich helfen Maße: Raumgröße, Wannenmaß, Türbreite, Abstand WC zu Wanne und Lage des Fallrohrs. Eine Badezimmertür mit 73,5 cm Rohbaumaß kann große Duschwände oder lange Duschtassen zur Herausforderung machen.

Zur angrenzenden Planung passen auch Themen wie Bad richtig lüften und Feuchteschäden vermeiden und Fliesen im Bad auswählen und kombinieren, denn ein schöner Umbau nützt wenig, wenn anschließend Schimmel in Silikonfugen oder Kondensat an kalten Außenwänden entsteht.

Kosten und Vergleich: Duschtasse, Duschboard oder geflieste Dusche

Die Kosten hängen stark davon ab, ob Leitungen verlegt werden müssen und wie viel Fliese erneuert wird. Ein einfacher Austausch mit flacher Duschtasse ist deutlich günstiger als eine komplett bodengleiche, geflieste Dusche mit Linienentwässerung. Auch die Glasabtrennung ist ein spürbarer Posten: Eine einfache Seitenwand aus Sicherheitsglas beginnt oft bei 350 € bis 600 €, maßgefertigte Lösungen liegen schnell bei 900 € bis 1.800 €.

Typische Einzelpreise im deutschen Bestand: Ausbau und Entsorgung einer alten Badewanne kosten häufig 300 € bis 700 €. Eine solide flache Duschtasse aus Stahl-Email oder Mineralguss liegt etwa bei 250 € bis 900 €. Ein befliesbares Duschelement kostet meist 350 € bis 900 €, dazu kommen Abdichtset, Ablauf und Fliesen. Für eine Unterputz- oder Aufputz-Duscharmatur sollten je nach Qualität 120 € bis 650 € eingeplant werden. Fliesenarbeiten im kleinen Bad liegen inklusive Untergrundvorbereitung oft bei 80 € bis 160 € pro m², bei Kleinflächen mit vielen Anschlüssen auch darüber.

Mini-Kostenaufstellung aus der Praxis:

Variante Geeignet für Typische Kosten Wichtigster Vorteil
Flache Duschtasse mit Glaswand Altbau, Plattenbau, Mietwohnung mit Zustimmung 3.500 € bis 6.500 € Planbarer Einbau, geringeres Abdichtungsrisiko
Befliesbares Duschboard Eigentumswohnung, Bad mit ausreichender Aufbauhöhe 5.000 € bis 8.500 € Optisch ruhig, viele Formate möglich
Bodengleich mit Duschrinne Sanierung mit offenem Bodenaufbau 6.500 € bis 11.000 € Sehr komfortabel, gute Zugänglichkeit
Teilumbau mit neuer Armatur und Spritzschutz Sehr knappes Budget, Wanne bleibt teilweise erhalten 1.200 € bis 2.800 € Günstig, aber keine echte Duschlösung
Teilrenoviertes Badezimmer mit neuer flacher Dusche anstelle einer Badewanne
Eine flache Duschtasse ist im Bestand oft die wirtschaftlichste und sicherste Lösung.

Beim Vergleich zählt nicht nur der Anschaffungspreis. Eine günstige Acryl-Duschtasse kann im Mehrfamilienhaus lauter wirken, wenn sie schlecht gelagert ist. Eine sehr hochwertige Linienentwässerung bringt wenig, wenn der Ablaufquerschnitt der alten Leitung schwach ist. In der Praxis ist die sicherste Lösung oft nicht die teuerste, sondern diejenige, die zum vorhandenen Boden passt.

Rechnen Sie zusätzlich mit Nebenkosten: Silikonfugen und Dichtstoffe 40 € bis 120 €, Abdichtmanschetten und Flüssigabdichtung 80 € bis 250 €, neue Wandfliesen für Teilflächen 150 € bis 600 €, Malerarbeiten an angrenzenden Bereichen 150 € bis 500 €. Wenn alte Leitungen erneuert werden, können 500 € bis 1.500 € zusätzlich realistisch sein. Bei Schadstoffen, etwa alten Klebern oder fragwürdigen Plattenmaterialien, sollte nicht improvisiert werden.

Ausführung und Abdichtung: Hier entscheidet sich die Haltbarkeit

Der Ablauf beginnt mit Wasserabsperrung, Demontage von Schürze, Armatur und Wanne. Danach wird der Untergrund sichtbar. Genau an diesem Punkt zeigt sich, ob die Planung trägt. Ist der Estrich hohl, bröselig oder feucht, muss nachgearbeitet werden. Bei Holzbalkendecken im Altbau ist besondere Vorsicht nötig, weil Feuchtigkeitsschäden lange unbemerkt bleiben können.

Die Abdichtung ist der zentrale Qualitätsbereich. Nach DIN 18534 werden Innenräume je nach Wassereinwirkung eingestuft. Eine Dusche ist kein harmloser Spritzbereich, sondern eine regelmäßig stark belastete Zone. Wand-Boden-Anschlüsse, Rohrdurchführungen, Ecken und Übergänge müssen mit Dichtbändern, Manschetten und geeigneter Verbundabdichtung ausgeführt werden. Silikon ist keine Abdichtung, sondern eine Wartungsfuge. Dieser Satz ist wichtig, weil viele Schäden genau aus dieser Verwechslung entstehen.

Bei gefliesten Duschen müssen Gefälle, Fliesenformat und Rutschhemmung zusammenpassen. Große Fliesen sehen ruhig aus, lassen sich aber bei Punktabläufen schlechter ins Gefälle legen. Mosaik oder kleinere Formate sind gefällegängiger, haben aber mehr Fugen. Eine flache Duschtasse reduziert Fugen im Nassbereich und ist deshalb für viele Bestandsbäder eine robuste Lösung.

Beim Schallschutz sollte der Handwerker entkoppelte Wannenfüße, Randdämmstreifen und geeignete Montagesysteme einsetzen. In Mehrfamilienhäusern ist das kein Luxus. Abwassergeräusche und Trittschall übertragen sich sonst über Decken und Wände. Rechtlich kann Schallschutz bei Sanierungen kompliziert sein, praktisch gilt aber: Je besser die Entkopplung, desto weniger Ärger mit Nachbarn.

Auch die Armatur verdient Aufmerksamkeit. Wird die vorhandene Wannenarmatur weitergenutzt, sitzt sie oft zu tief oder ungünstig seitlich. Eine Duscharmatur sollte bequem erreichbar sein, ohne dass man direkt im kalten Wasserstrahl steht. Eine Thermostatarmatur kostet mehr, bietet aber Komfort und Verbrühschutz. Für Haushalte mit Kindern oder älteren Personen ist das aus Erfahrung gut investiertes Geld.

Zur weiteren Badplanung passt Stauraum im kleinen Badezimmer planen, weil nach dem Entfernen der Wanne häufig neue Nischen, Ablagen oder ein schmaler Hochschrank möglich werden.

Handwerker dichtet Wand Boden Anschluss in einer Dusche fachgerecht ab
Die Abdichtung entscheidet über die Haltbarkeit des gesamten Umbaus.

Mietwohnung, Eigentumswohnung und Altbau: Was vorher geklärt sein muss

In der Mietwohnung ist der Umbau eine bauliche Veränderung. Selbst wenn die Maßnahme das Bad objektiv verbessert, darf sie nicht eigenmächtig durchgeführt werden. Vermieter verlangen oft eine genaue Beschreibung, Fachunternehmernachweis, Angaben zur Abdichtung und manchmal eine Rückbauvereinbarung. Bei altersgerechtem Umbau können Mieter unter bestimmten Voraussetzungen eine Zustimmung zu baulichen Veränderungen verlangen, dennoch müssen Ausführung und Interessen des Vermieters berücksichtigt werden. Eine mündliche Zusage reicht nicht.

In der Eigentumswohnung ist die eigene Badsanierung ebenfalls nicht grenzenlos frei. Fliesen und Sanitärobjekte im Sondereigentum sind meist unproblematisch. Leitungsstränge, Deckendurchbrüche, Brandschutzabschottungen und gemeinschaftliche Abdichtungsfragen können aber die WEG betreffen. Vor allem wenn der Ablauf tiefer gelegt oder in die Decke eingegriffen werden soll, sollte die Hausverwaltung einbezogen werden. Ein Beschluss oder zumindest eine schriftliche Freigabe kann späteren Streit vermeiden.

Im Altbau kommen typische Überraschungen hinzu: schiefe Wände, unklare Leitungslagen, geringe Aufbauhöhe, alte Bleirohre in sehr alten Gebäuden oder Mischinstallationen aus mehreren Jahrzehnten. In Plattenbauten sind Installationsschächte oft eng, dafür sind Grundrisse und Leitungswege meist systematischer. Bei beiden gilt: Vor dem Festpreisangebot sollte der Betrieb den Bestand vor Ort gesehen haben.

Förderungen sind ein eigenes Thema. Für barrierereduzierende Maßnahmen gab es in Deutschland zeitweise Programme, deren Verfügbarkeit sich ändern kann. Deshalb sollte man vor Auftragserteilung aktuell bei KfW, Pflegekasse oder Kommune prüfen, ob Zuschüsse möglich sind. Die Pflegekasse kann bei anerkanntem Pflegegrad wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bezuschussen. Beträge und Voraussetzungen sollten immer aktuell geprüft werden, weil sich Richtlinien ändern können.

Ein realistischer Zeitplan hilft ebenfalls. Der reine Umbau dauert häufig 3 bis 7 Arbeitstage. Mit Trocknungszeiten, Fliesenverfügbarkeit, Glasaufmaß und Sonderanfertigungen können aber 2 bis 4 Wochen vergehen, bis alles endgültig fertig ist. Wer nur ein Bad in der Wohnung hat, sollte die Nutzbarkeit von WC und Waschbecken vorab mit dem Betrieb klären.

Fazit

Badewanne raus, Dusche rein ist ein sinnvoller Umbau, wenn Komfort, Sicherheit und Alltagstauglichkeit wichtiger werden. Die beste Lösung ist im Bestand aber nicht automatisch die komplett bodengleiche Dusche. Entscheidend sind Aufbauhöhe, Ablauf, Abdichtung nach DIN 18534, Schallschutz und die rechtliche Situation in Mietwohnung oder WEG.

  • Bestand prüfen: Aufbauhöhe, Ablaufposition, Leitungen und Wandzustand vor der Produktauswahl klären.
  • Maße festlegen: Mindestens 90 x 90 cm, besser 90 x 120 cm oder größer einplanen.
  • Kosten realistisch sehen: Für solide Umbauten meist 3.500 € bis 8.500 € kalkulieren.
  • Abdichtung ernst nehmen: Dichtbänder, Manschetten und Verbundabdichtung sind Pflicht, Silikon ist nur Wartungsfuge.
  • Rechtliches klären: In Mietwohnung schriftliche Erlaubnis einholen, in der WEG Eingriffe in Gemeinschaftseigentum prüfen.
  • Fachbetrieb wählen: Sanitär, Fliese und Abdichtung müssen sauber koordiniert werden.

Mein praktischer Rat: Lassen Sie sich nicht zuerst ein Wunschprodukt verkaufen, sondern zuerst den Bodenaufbau erklären. Wenn der Handwerker nachvollziehbar darlegt, wie Ablaufhöhe, Gefälle und Abdichtung funktionieren, ist das Angebot meist belastbarer als ein reiner Paketpreis.

Häufige Fragen

Was kostet es, eine Badewanne durch eine Dusche zu ersetzen?

In der Praxis liegen einfache, solide Umbauten meist zwischen 3.500 € und 6.500 €. Wird die Dusche bodengleich, großformatig gefliest oder mit Maßglas ausgestattet, sind 6.500 € bis 11.000 € realistisch. Leitungsänderungen, schwieriger Altbau und zusätzliche Fliesenflächen erhöhen die Kosten.

Ist eine bodengleiche Dusche im Altbau immer möglich?

Nein. Entscheidend sind Aufbauhöhe, Ablaufposition und Deckenkonstruktion. Wenn der Ablauf nicht tief genug liegt, kann eine sehr flache Duschtasse mit 2 bis 4 cm Einstieg die bessere und sicherere Lösung sein. In Holzbalkendecken muss Feuchteschutz besonders sorgfältig geplant werden.

Brauche ich in einer Mietwohnung die Erlaubnis des Vermieters?

Ja. Der Umbau verändert Sanitärinstallation, Fliesen und Abdichtung und ist damit eine bauliche Veränderung. Die Zustimmung sollte schriftlich erfolgen. Sinnvoll sind genaue Angaben zu Fachbetrieb, Ausführung, Abdichtung und möglichem Rückbau.

Welche Duschgröße ist sinnvoll?

90 x 90 cm ist eine gängige Untergrenze. Komfortabler sind 90 x 120 cm, 100 x 120 cm oder 90 x 140 cm, wenn der Grundriss es zulässt. Wichtig sind zusätzlich Bewegungsflächen vor der Dusche und eine Tür oder Glaswand, die nicht mit WC oder Waschtisch kollidiert.

Wie lange dauert der Umbau von Wanne zu Dusche?

Der handwerkliche Kern dauert häufig 3 bis 7 Arbeitstage. Mit Trocknungszeiten, Fliesenarbeiten, Glasaufmaß und Lieferzeiten kann das Bad aber 2 bis 4 Wochen nur eingeschränkt nutzbar sein. Das sollte besonders in Wohnungen mit nur einem Bad vorab geplant werden.

Ist eine geflieste Dusche besser als eine Duschtasse?

Nicht grundsätzlich. Eine geflieste Dusche wirkt hochwertig und lässt sich gut an Maße anpassen, stellt aber hohe Anforderungen an Gefälle, Fugen und Abdichtung. Eine flache Duschtasse ist im Bestand oft robuster, schneller montiert und leichter dicht zu halten.