Silikonfugen im Bad und in der Küche sauber ziehen: So gelingt die Abdichtung ohne Ränder und Risse

Silikonfugen in Bad und Küche werden mit der Zeit porös, schimmelig oder lösen sich ab. Eine fachgerechte Erneuerung ist nicht schwer, erfordert aber die richtige Technik und das passende Werkzeug. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie alte Fugen entfernen, die Fläche vorbereiten und neue Silikonfugen sauber und haltbar ziehen – mit allen Kosten und Tipps für ein makelloses Ergebnis.

Auf einen Blick

Silikonfugen erneuern ist ein typischer DIY-Job, der sich an einem Wochenende erledigen lässt. Wichtig: Gründliche Vorbereitung, das richtige Werkzeug und eine ruhige Hand. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung vermeiden Sie typische Fehler und sparen sich teure Handwerkerrechnungen. Kosten für eine Dusche (ca. 4 Meter Fuge): etwa 20–30 € für Material.

Vorbereitung: Alte Fugen restlos entfernen

Bevor die neue Silikonfuge hält, muss die alte komplett weg. Schneiden Sie das Silikon mit einem scharfen Messer oder einem Fugenentferner-Werkzeug ein. Bei hartnäckigen Resten hilft ein Silikonentferner aus der Sprühdose (ca. 8 €). Arbeiten Sie sich vorsichtig vor, um Fliesen oder Acryl nicht zu beschädigen. Nach dem Entfernen müssen die Kanten trocken, fettfrei und staubfrei sein. Reinigen Sie die Fuge mit Isopropanol oder einem Spezialreiniger (ca. 5 €) und lassen Sie sie gut trocknen. Bei Schimmelbefall vorher mit einem Chlorreiniger behandeln und gründlich abspülen. Achten Sie auf ausreichende Lüftung, um Feuchtigkeit zu vermeiden – hierzu Bad-Abluftventilator nachrüsten: Feuchtesteuerung, Leitungsführung, Schalldämpfer, Brandschutz und Kosten.

Werkzeug/Material Preis (ca.)
Silikonkartusche (z.B. Sanitärsilikon) 6–10 €
Kartuschenpresse (Fugpistole) 10–20 €
Fugenentferner (Messer oder Spezialwerkzeug) 5–15 €
Fugenglätter (Set mit verschiedenen Größen) 4–8 €
Reinigungsmittel (Isopropanol, Silikonentferner) 5–8 €
Abdeckband (Malerkrepp) 3–5 €
Werkzeuge zum Silikonfugen entfernen und auftragen auf Kacheln

Das richtige Silikon und Werkzeug auswählen

Für Bad und Küche verwenden Sie ausschließlich Sanitärsilikon mit Schimmelschutz (z.B. von Sika, Ottoseal oder Baufan). Es gibt farbloses, weißes und farbiges Silikon. Achten Sie auf die Angabe „fungizid“ oder „schimmelresistent“. Silikon ist nicht überstreichbar – für sichtbare Bereiche daher die passende Farbe wählen. Als Werkzeug benötigen Sie eine Kartuschenpresse, ein scharfes Cutter-Messer, einen Fugenglätter (auch Abzieher genannt) und Abdeckband. Ein Fugenglätter-Set mit 4–6 Profilen kostet ca. 8 €, eine gute Presse (stabil, mit Hebel) um 15 €. Sparen Sie nicht am Werkzeug: Billigpressen tropfen und führen zu ungleichmäßigen Fugen.

Schritt für Schritt: So ziehen Sie die Fuge sauber

1. Abkleben: Kleben Sie beide Seiten der Fuge mit Malerkrepp ab. Der Abstand zur Fugenkante sollte ca. 2–3 mm betragen. Das Krepp verhindert, dass Silikon auf die Fliesen läuft, und sorgt für gerade Kanten.
2. Silikon einlegen und vorbereiten: Schneiden Sie die Düse der Kartusche schräg an (ca. 45°), sodass die Öffnung etwas kleiner ist als die Fugenbreite (meist 5–8 mm). Füllen Sie die Kartusche in die Presse und drücken Sie etwas Silikon raus, bis es gleichmäßig kommt.
3. Auftragen: Setzen Sie die Düse am Anfang der Fuge an und drücken Sie die Presse gleichmäßig, während Sie die Düse mit konstanter Geschwindigkeit entlang der Fuge führen. Achten Sie darauf, dass die Fuge vollständig gefüllt wird, ohne Lufteinschlüsse.
4. Abziehen: Sofort nach dem Auftragen ziehen Sie mit einem Fugenglätter oder einem Finger (mit Spülmittelwasser benetzt) über die Fuge, um überschüssiges Silikon zu entfernen und eine glatte Oberfläche zu erzeugen. Der Glätter muss nass sein – am besten in eine Schale mit Wasser und etwas Spülmittel tauchen. Ziehen Sie in einer gleichmäßigen Bewegung.
5. Krepp entfernen: Ziehen Sie das Abdeckband sofort nach dem Glätten ab, bevor das Silikon antrocknet. Danach nicht mehr die Fuge berühren.
6. Aushärten lassen: Silikon braucht je nach Produkt 12–24 Stunden bis zur Hautbildung und etwa 3–7 Tage bis zur vollständigen Aushärtung. Während dieser Zeit kein Wasser an die Fuge lassen.

Mit Fugenglätter wird Silikonfuge glatt gezogen, Spülmittelwasser

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • Untergrund nicht sauber: Reste von altem Silikon, Fett oder Staub verhindern die Haftung. Gründlich reinigen und entfetten.
  • Zu viel oder zu wenig Silikon: Die Fuge muss voll gefüllt sein. Bei zu wenig Material entstehen Hohlräume, bei zu viel wird es unförmig.
  • Falscher Winkel beim Abziehen: Den Glätter immer im 45°-Winkel ansetzen und mit gleichmäßigem Druck führen.
  • Krepp zu spät entfernt: Nach wenigen Minuten härtet das Silikon an – das Krepp lässt sich dann nicht mehr sauber lösen.
  • Silikon verstreichen statt glätten: Ein Finger oder Werkzeug darf nur gleiten, nicht drücken. Mit Spülmittelwasser befeuchten.

Wer die Küchenarbeitsplatte austauscht, sollte unbedingt die Silikonfuge zur Wand erneuern (siehe Küchenarbeitsplatte austauschen: Aufmaß, Ausschnitte, Abdichtung, Montage und Kosten).

Kostenübersicht: Was die Fugen-Erneuerung kostet

Position Kosten (für eine Dusche, ca. 4 lfm)
Sanitärsilikon (1 Kartusche reicht meist) 6–10 €
Silikonentferner / Reiniger 5–8 €
Abdeckband 3–5 €
Werkzeug (Fugenglätter, Presse) – einmalig 15–20 €
Gesamt (bei vorhandenem Werkzeug) 14–23 €
Gesamt (mit Neuanschaffung Werkzeug) 30–40 €

Ein Handwerker würde für das Erneuern einer Duschfuge (4 lfm) rund 80–150 € inkl. Anfahrt berechnen. Selbermachen lohnt sich also.

Häufige Fragen

Kann ich Silikonfugen überstreichen?

Nein, normales Silikon ist nicht überstreichbar. Es gibt spezielle überstreichbare Dichtstoffe (z.B. Acryl), die sind aber für Duschen nicht geeignet, da sie nicht wasserdicht sind. Für Bad und Küche bleibt Silikon die erste Wahl.

Wie lange muss Silikon trocknen, bevor Wasser dran kommt?

Die meisten Sanitärsilikone sind nach 12–24 Stunden oberflächentrocken und nach 3–7 Tagen vollständig durchgehärtet. Bis dahin sollte die Fuge nicht nass werden. Lesen Sie die Herstellerangaben auf der Kartusche.

Warum wird meine Silikonfuge schwarz?

Schwarze Stellen sind meist Schimmel. Ursachen: zu hohe Feuchtigkeit, schlechte Lüftung oder minderwertiges Silikon ohne Fungizid. Entfernen Sie die alte Fuge, reinigen Sie gründlich und verwenden Sie ein hochwertiges Sanitärsilikon mit Schimmelschutz. Verbessern Sie die Lüftung (siehe Hinweis zum Bad-Abluftventilator).

Kann ich altes Silikon auf neues auftragen?

Nein. Altes Silikon haftet nicht auf neuem. Entfernen Sie die alte Fuge immer vollständig. Nur auf sauberem, trockenem Untergrund hält die neue Fuge dauerhaft.

Brauche ich unbedingt einen Fugenglätter?

Ein Glätter erleichtert die Arbeit und sorgt für gleichmäßige Fugen. Geübte können auch mit dem Finger arbeiten (mit Spülmittelwasser benetzt). Für Einsteiger empfehle ich das Set mit verschiedenen Profilen.

Wie vermeide ich Luftblasen in der Fuge?

Luftblasen entstehen, wenn das Silikon zu schnell aufgetragen wird oder die Düse nicht tief genug in die Fuge eintaucht. Arbeiten Sie langsam und achten Sie darauf, dass die Fuge vollständig gefüllt wird. Nach dem Glätten sind Blasen meist nicht mehr zu sehen, wenn sie unter der Oberfläche sitzen.

Kann ich Silikonfugen in der Küche genauso behandeln wie im Bad?

Ja, das Vorgehen ist identisch. In der Küche sollte das Silikon jedoch leicht zu reinigen sein – farbiges Silikon kann hier dekorativ wirken. Achten Sie auf Hitzebeständigkeit, falls die Fuge in der Nähe des Herds liegt (normales Sanitärsilikon hält bis etwa 100 °C aus, für den Herdbereich besser hitzebeständiges Silikon verwenden).

Fazit

Silikonfugen selbst zu erneuern ist eine lohnende DIY-Aufgabe, die mit den richtigen Handgriffen gar nicht schwer ist. Entscheidend sind gründliche Vorbereitung, passendes Werkzeug und etwas Geduld beim Aushärten. Mit den Kosten von 20–30 € sparen Sie im Vergleich zum Handwerker schnell 100 € oder mehr. In der Praxis zeigt sich: Wer die Fuge sauber vorbereitet und das Abkleben nicht vernachlässigt, erzielt auch als Anfänger ein professionelles Ergebnis.