niedziela, 15 lutego

Elektrische Fußbodenheizung im Bad nachrüsten: Planung, Aufbauhöhen, Steuerung und Kosten

Elektrische Fußbodenheizung im Bad nachrüsten - Überblick

Eine elektrische Fußbodenheizung bringt im Bad schnell spürbaren Komfort - gerade in Altbauwohnungen oder bei kleinen Teilrenovierungen. Sie eignet sich ideal als Zusatzheizung unter Fliesen, Feinsteinzeug oder dünnem Vinyl. Der große Vorteil: geringe Aufbauhöhe, einfache Regelung und zügige Montage.

Für Bäder sind zwei Systeme üblich: Heizmatten mit festem Kabelabstand (typisch 130-160 W/m2) und lose Heizkabel, die du selbst mit passendem Verlegeabstand einstellst. Für dünne, schwimmend verlegte Beläge gibt es Heizfolien mit geringerer Leistung. In der Praxis bewährt sich im Bad die Matte unter Fliesen - schnell zu verlegen, robust, punktgenau temperiert.

Wichtig ist eine saubere Planung: Heizflächen nur dort, wo man barfuß steht, eine gute Dämmung nach unten, geeignete Kleber und Spachtelmassen, ein exaktes Aufmaß und ein passendes Thermostat mit Bodensensor. Der 230-V-Anschluss gehört in die Hände einer Elektrofachkraft mit FI-Schutzschalter 30 mA, Badzonen beachten.

  • Micro-BOM - 4 m2 Bad-Heizfläche
  • Heizmatte 150 W/m2, 4 m2 - 220-320 EUR
  • Thermostat mit Bodensensor - 70-160 EUR
  • XPS-Hartschauboard 6-10 mm, 4 m2 - 60-120 EUR
  • Flexkleber C2 S1, 2-3 Sack - 40-75 EUR
  • Spachtel- bzw. Nivelliermasse, 2-3 Sack - 40-90 EUR
  • Dichtschlämme + Dichtband - 40-80 EUR
  • Installationsrohr für Fühler, Dose, Kleinmaterial - 20-40 EUR
  • Gesamt Material grob - 490-885 EUR
Modernes Bad mit grauen Fliesen und wandmontiertem Thermostat für die elektrische Fußbodenheizung
Thermostat mit Bodensensor sorgt für konstante, angenehme Badtemperaturen.

Planung und Aufmaß: Heizflächen, Zonen, Leistung

Starte mit einem maßstäblichen Grundriss. Markiere alle festen Einbauten: Duschewanne, Wanne, WC, Waschtisch, Schränke, Waschmaschine. Diese Flächen bleiben frei - dort staut sich Wärme, was die Lebensdauer der Heizelemente verkürzt. Plane Heizflächen nur auf frei begehbaren Zonen plus 5-10 cm Randabstand zu Wänden und Einrichtungsgegenständen.

Heizfläche und Leistung bestimmen

  • Heizfläche: In typischen 4-6 m2 Bädern sind effektiv oft nur 2-4 m2 belegbar.
  • Leistungsdichte: Unter Fliese bewährt sind 130-160 W/m2. 150 W/m2 ist ein guter Standard für angenehme Aufheizzeiten.
  • Vinyl/LVT: Max. zulässige Oberfläche prüfen. Häufig 60-100 W/m2 und 27-29 °C Oberflächengrenze.
  • Primär- vs. Zusatzheizung: Als Komfort-Zusatz genügen 130-150 W/m2. Als nahezu alleinige Wärmequelle in gut gedämmten, kleinen Bädern eher 150-160 W/m2 und durchdachte Regelung.

Elektrik, Badzonen und Sicherheit

  • Stromkreis: Durch eine Elektrofachkraft prüfen lassen. Absicherung passend zur Heizleistung, FI-Schutzschalter 30 mA Pflicht im Bad.
  • Thermostat-Position: Außerhalb Spritzwasserzonen nach VDE 0100-701, meist neben der Tür bei ca. 1,2-1,5 m Höhe. Bodensensor im Leerrohr zwischen Heizsträngen platzieren.
  • Potentialausgleich: Metallische Einbauten nach Norm einbinden. Herstellerangaben zur Schutzart beachten.

Untergründe und Aufbauhöhen: was passt zu deinem Bad

Guter Wärmekomfort hängt von einem passenden Bodenaufbau ab. Ohne Dämmung geht viel Energie in den Altbau-Estrich oder in die Betondecke verloren. Eine dünne XPS-Dämmlage unter der Heizmatte bewirkt deutlich schnellere Aufheizzeiten und geringere Betriebskosten.

Typische Aufbauten

  • Auf alten Fliesen: Reinigen, anschleifen, Haftgrund. 6-10 mm XPS-Board mit Flexkleber verkleben und verschrauben. Heizmatte darauf verlegen, mit Spachtelmasse einbetten. Anschließend fliesen.
  • Auf Estrich: Ebenheit prüfen. Bei ausreichend Dämmung unter dem Estrich kann die Matte direkt auf den grundierten Estrich, dann nivellieren und fliesen. Wenn keine Dämmung vorhanden ist, dünne XPS-Boards einplanen.
  • Auf Trockenestrich: Herstellerfreigaben prüfen. Tragfähigkeit, Verschraubung und Grundierung sicherstellen. Dünn aufbauen, um Fugenabzeichnungen zu vermeiden.

Aufbauhöhen realistisch

  • XPS-Board: 6-10 mm
  • Heizmatte: 3-5 mm
  • Nivelliermasse: 3-8 mm zum vollständigen Einbetten
  • Fliesenkleber + Fliese: 10-14 mm je nach Fliese

In Summe sind 20-35 mm realistisch. Prüfe Türanschläge, Duschschwellen und ggf. die Anpassung von Übergangsprofilen. In bodengleichen Duschen ist ein korrektes Gefälle von 2 Prozent zum Ablauf zwingend. In Nasszonen Abdichtung nach DIN 18534 umsetzen: Dichtschlämme, Dichtbänder an Ecken, Manschetten an Durchdringungen.

Geeignete Oberbeläge

  • Fliesen/Feinsteinzeug: Ideal wegen Wärmeleitfähigkeit, langlebig, pflegeleicht.
  • Vinyl/LVT verklebt: Möglich mit geeigneten Heizfolien oder dünnen Matten, Temperatur- und R-Wert-Limits des Herstellers einhalten.
  • Holz/Laminat: Im Bad nur bedingt geeignet. Feuchteempfindlich, meist niedrige Maximaltemperaturen. Wenn überhaupt, dann spezielle freigegebene Produkte.

Montage - Schritt für Schritt

Bevor du startest: Lies die Herstelleranleitung vollständig. Räume frei, decke Sanitärobjekte ab, sichere einen sauberen Arbeitsplatz. Plane 1-2 Tage für Untergrund und Verlegung plus Trocknungszeiten für Spachtel und Kleber.

  • 1. Untergrund vorbereiten: Loses Material entfernen, Altfliesen entfetten und anschleifen, Estrich saugen. Haftgrund entsprechend Untergrund auftragen.
  • 2. Dämmboards setzen: XPS-Boards mit Flexkleber vollflächig verkleben, ggf. zuschneiden. Verschrauben gemäß Hersteller. Fugen arretieren, Oberfläche plan abziehen.
  • 3. Thermostatplatz und Sensor: Gerätedose setzen, Leerrohr für Bodensensor einlegen. Rohrende mittig zwischen zwei Heizsträngen positionieren, Kappe aufsetzen.
  • 4. Heizmatte planen: Trockene Verlegung vorab. Mattenverlauf zeichnen, Wende- und Schnittpunkte des Glasfasergewebes festlegen. Kabel niemals kürzen. Nur das Trägergewebe schneiden und wenden.
  • 5. Elektrische Prüfung 1: Widerstand des Heizkabels messen und mit Typenschild vergleichen. Isolationsmessung mit geeignetem Gerät. Werte dokumentieren.
  • 6. Verlegen und fixieren: Matte ausrollen, mit Kammspachtel anpunkten oder Klebeband fixieren. Mindestabstände einhalten - nicht kreuzen, nicht unter festen Möbeln verlegen.
  • 7. Einbetten: Spachtel- oder Nivelliermasse so abziehen, dass das Kabel vollständig umhüllt ist. Keine Hohlräume. Herstellerfreigabe für beheizte Flächen beachten.
  • 8. Abdichtung: In Nasszonen Dichtschlämme auftragen, Dichtbänder in Ecken und an Fugen einarbeiten. Trocknungszeiten beachten.
  • 9. Fliesenlegen: Flexkleber C2 S1 verwenden. Mit mittlerer Zahnung arbeiten, um Kabel nicht zu beschädigen. Fliesen plan einschieben, Fugen ausbilden.
  • 10. Elektrische Prüfung 2: Nach dem Einbetten und vor dem Fliesen erneut Widerstand und Isolation messen. Protokoll führen.
  • 11. Thermostat anschließen: Bodensensor anschließen, Netzversorgung durch Elektrofachkraft herstellen. Programme einrichten, Sensor prüfen.
  • 12. Inbetriebnahme: Erst nach vollständiger Aushärtung des Klebers und der Spachtelmasse heizen - je nach Produkt 7-14 Tage. Mit niedriger Temperatur starten, langsam steigern.
Wandthermostat im Bad mit gut ablesbarem Display, montiert außerhalb der Spritzwasserzone
Das Thermostat sitzt spritzwasserfrei neben der Tür in bequemer Bedienhöhe.

Regelung und Thermostate: Komfort und Effizienz

Für das Bad empfiehlt sich ein Thermostat mit Bodensensor und optionalem Raumfühler. So schützt du temperaturempfindliche Beläge und erreichst gleichmäßige Wärme.

  • Funktionen: Wochenprogramme, Pre-Heat, Absenkzeiten, Fenster-offen-Erkennung.
  • Regelart: PWM oder PI-Regelung für weniger Takten und stabile Temperatur.
  • Smarte Anbindung: Zigbee, WLAN oder KNX möglich - achte auf Bodenfühler-Kompatibilität.
  • Montageort: Spritzwasserfrei, gute Bedienhöhe, nicht in der Dusche oder über dem Heizkörper.

Betriebskosten realistisch kalkulieren

Die Kosten hängen von Heizfläche, Leistungsdichte, Nutzungsdauer und Strompreis ab. In Deutschland liegen Haushaltsstrompreise oft bei 0,30-0,40 EUR/kWh. Eine gute Dämmung unter der Heizmatte reduziert Laufzeiten deutlich.

Faustformel

Tageskosten ≈ Heizleistung in kW x effektive Laufzeit in h x Strompreis. Die effektive Laufzeit ist geringer als die Nutzungszeit, weil das Thermostat taktet.

  • Kleines Bad, 3 m2 beheizt, 150 W/m2 - 450 W. Nutzung 1,5 h/Tag, 40 Prozent Einschaltdauer: 0,45 kW x 0,6 h = 0,27 kWh ≈ 0,09 EUR/Tag bei 0,33 EUR/kWh - ca. 2,70 EUR/Monat.
  • Mittel, 4 m2, 150 W/m2 - 600 W. Nutzung 2 h/Tag, 50 Prozent: 0,6 kW x 1 h = 0,6 kWh ≈ 0,20 EUR/Tag - ca. 6 EUR/Monat.
  • Groß, 5 m2, 130 W/m2 - 650 W. Nutzung 3 h/Tag, 50 Prozent: 0,65 kW x 1,5 h = 0,975 kWh ≈ 0,32 EUR/Tag - ca. 9,60 EUR/Monat.

Tipp: Mit 6-10 mm XPS unter der Matte sinkt die Aufheizzeit spürbar, oft halbiert sich die Einschaltdauer im Vergleich zu Verlegung direkt auf kaltem Estrich.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

  • Kabel kürzen: Niemals. Nur Trägergewebe schneiden und wenden.
  • Zu wenig Dämmung: Führt zu langen Aufheizzeiten und höheren Stromkosten. Dünne XPS-Boards einplanen.
  • Falscher Kleber: Immer flexiblen, verformungsfähigen Kleber C2 S1 verwenden. Für Nivelliermasse Freigabe auf Heizestrichen prüfen.
  • Sensor falsch platziert: Immer im Leerrohr zwischen zwei Strängen, nicht direkt auf Kabel.
  • Abdichtung vergessen: In Nassbereichen nach DIN 18534 abdichten, besonders an Durchdringungen.
  • Thermostat in Spritzbereich: Vermeiden. Gerät außerhalb der Zonen mit FI-Schutz betreiben.
  • Keine Messprotokolle: Vor, während und nach der Verlegung Widerstand und Isolation dokumentieren - Voraussetzung für Gewährleistung.

Alternativen und Kombinationen

  • Hydraulische Fußbodenheizung: Im Bestand aufwändig, höhere Aufbauhöhen. Sinnvoll bei Komplettsanierung mit neuem Estrich.
  • Elektrischer Handtuchheizkörper: Schnelle Trocknung, kombiniert mit kleiner Heizmatte im Stehbereich sehr komfortabel.
  • Infrarot-Panel: Wand- oder Deckenmontage, punktuell wärmt es den Körper. Zusammen mit kleiner Bodenheizung gutes Duo.

Podsumowanie

  • Heizfläche nur auf freien Laufwegen planen, Einbauten aussparen.
  • 150 W/m2 unter Fliese ist ein praxistauglicher Standard.
  • Dünne XPS-Boards sparen Energie und Zeit beim Aufheizen.
  • Badabdichtung nach DIN 18534 konsequent ausführen.
  • Thermostat mit Bodensensor einsetzen, Spritzbereiche meiden.
  • Elektrische Messungen dokumentieren, Anschluss vom Profi.
  • Materialkosten für 4 m2: grob 500-900 EUR plus Elektriker.

FAQ

Darf die elektrische Fußbodenheizung in der Dusche verlegt werden?

Nur wenn System und Aufbau ausdrücklich dafür freigegeben sind und die Abdichtung nach DIN 18534 wasserdicht ausgeführt wird. Viele Hersteller empfehlen, die Duschfläche auszulassen und stattdessen knapp bis zur Duschkante zu heizen.

Wie lange muss Kleber und Spachtelmasse vor Inbetriebnahme trocknen?

Je nach Produkt 7-14 Tage. Zu frühes Heizen kann zu Spannungen, Rissen und Haftungsproblemen führen. Herstellerangaben sind verbindlich.

Eignet sich Vinyl als Oberbelag über einer elektrischen Heizung?

Ja, wenn Belag und Klebstoff für Fußbodenheizung freigegeben sind. Maximaltemperatur und Wärmedurchlasswiderstand einhalten, meist 27-29 °C und R ≤ 0,15 m2K/W.

Muss der Anschluss zwingend ein Elektriker machen?

Ja. Der feste 230-V-Anschluss, FI-Schutz und die Abnahme im Bad sind Sache einer Elektrofachkraft. Die Verlegearbeiten am Boden kannst du als geübter DIYer vorbereiten.